Wichtige Beiträge
| Süchtig nach Sport? |
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Zunächst einmal ist Sport ohne Zweifel gesund. Die körperliche Betätigung ist gut für Herz und Kreislauf und wer gut trainiert und fit ist, ist einer geringeren Verletzungsgefahr ausgesetzt und kann sich einer insgesamt besseren Konstitution und damit auch einer erhöhten Lebensqualität erfreuen. Sowohl körperliche Belastungen, Verletzungen und auch Krankheiten können besser bewältigt werden und die physische Stärke geht oft auch mit einer psychischen Stabilität einher. Doch was wenn Sportlichkeit selbst zur Krankheit wird? Schwierig zu diagnostizierenDie Diagnose ist naturgegeben nicht einfach. Was kann schlecht daran sein, wenn man jede freie Minute der sportlichen Betätigung widmet und sich auch sonst für alles interessiert, was mit Sport zu tun hat, dreimal täglich die Sportnews im Internet checkt und jeden Samstag die Sportschau sowie alle live übertragenen Sportsendungen anschaut? Doch es gibt sie, die krankhafte Sucht nach Sport und körperlicher Betätigung, nach allen sportverbundenen Themen und Informationen und damit einhergehend die Gefahr von völliger körperlicher Erschöpfung bis hin zum Burn-out und die absolut einseitige Lebenswelt. Das ist natürlich nicht der Sinn und auch nicht im Sinne des Sports, doch Betroffenen sollte möglichst schnell geholfen werden, bevor sich gesundheitliche Folgen bemerkbar machen. Gesundheit vor!Das richtige Maß ist bei der Ausübung aller Sportarten entscheidend. Zuviel Konditionstraining kann zu einem vergrößerten Herz-Lungenvolumen führen, zu viel Muskeltraining zu einer unausgeglichenen Körperstruktur und zu viel Belastung des Körpers zu frühzeitigen Verschleißerscheinungen von Bändern, Gelenken und Sehnen. Der Antrieb der Sportsüchtigen ist das Adrenalin und Dopamin, das bei schweißtreibender sportlicher Aktivität ausgeschüttet wird. Das Gefühl ist einem Rausch ähnlich, der durch körpereigene Drogen ausgelöst wird und somit immer und kostenlos verfügbar ist. Mit der Sucht und ihren körperlichen Folgen einhergehen meist auch soziale Probleme. Betroffenen leben nur noch für ihren Sport, haben außerhalb des Sportvereins oder der Trainingsgemeinschaft kaum noch soziale Kontakte und vernachlässigen andere Freunde und die Familie. Alles was noch interessiert sind Sportnews und nicht Nachrichten aus aller Welt und alles was zählt ist alles was mit dem Sport zu tun hat. Auch die Arbeit kommt so oft zu kurz und eine Beziehung mit jemandem zu führen, der diese Interessen nicht teilt und nicht selbst sportlich aktiv ist - und das möglichst noch in der gleichen Sportart - wird wohl allein am Zeitmangel scheitern. Sport ist und bleibt grundsätzlich gesund, doch wer mehr Zeit im Fitnessstudio, auf der Laufbahn, dem Platz oder im Schwimmbad verbringt als mit allen anderen Bereichen des täglichen Lebens insgesamt, der sollte seinen Zeitplan vielleicht versuchsweise mal zu Ungunsten der sportlichen Betätigung verschieben. |
